Wie bereits versprochen folgt nun der Test des Lumiquest ProMax System genannten Blitzaufsatzsets.
Einführung
Oft ist man mit den Ergebnissen beim Blitzen unzufrieden, direktes Blitzen verursacht ein sehr unnatürliches Aussehen mit starker Schattenbildung. Durch das indirekte Blitzen wird das Licht an der Zimmerdecke zerstreut, leider bilden sich dabei auch unerwünschte Schatten, bei Portraits gibt es z.B. dunkle Bereiche unter der Nase und um die Augen. In manchen Situationen (draußen oder zu hohe Decke) hat man nicht einmal die Möglichkeit indirekt zu blitzen. Abhilfe schaffen Lichtstreuer, die dabei helfen das photographierte Objekt gleichmäßiger auszuleuchten. Um so einen Lichtstreuer geht es in diesem Test.
Das Set des Texanischen Herstellers Lumiquest (http://www.lumiquest.com/) besteht aus dem Blitzaufsatz “80-20″, das 80% vom Blitzlicht, nach oben (zur Decke) durchlässt und 20% vom Licht nach vorne zum Aufhellen des Motivs reflektiert.
Dieser Aufsatz sollte in Situationen eingesetzt werden, in denen indirektes Blitzen möglich ist (Zimmerdecke vorhanden und nicht zu hoch).
Wenn indirektes Blitzen nicht möglich ist, sollte man einen der mitgelieferten Reflektoren in das 80-20 einsetzen.
Mitgeliefert werden ein weißer, ein silberner und ein goldener Reflektor.
Der Weiße simuliert quasi die Zimmerdecke, der Silberne erzeugt stärkere Reflexionen, die in manchen Fällen erwünscht sind, z.B. für sog. catchlights in den Augen. Der goldene Reflektor strahlt warmes Licht ab, und kann z.B. bei Portraitshootings draußen beim Sonnenuntergang eingesetzt werden.
Ein weiteres Teil des ProMax Systems ist ein Diffusionsvorsatz aus dünnem milchigem Plastik, das nach dem Softbox-Prinzip das Licht streut, damit Schatten weitestgehend vermieden werden. Das 80-20, sowie die anderen Teile des Sets werden allesamt durch Klettverschlüsse befestigt, man findet beiliegend 4 Klettstreifen, die man am Blitzgerät anbringt. Abgerundet wird das Paket durch ein zusammenfaltbares Kunstlederetui zum Transport des Sets.
Die Verarbeitung des ProMax Systems ist nicht schlecht, aber für den Preis, der dafür verlangt wird, könnte man auf jeden Fall etwas stabileres erwarten. Ich habe mein Set bei eBay.com für rund 46 EUR inkl. Versand erstanden, deutsche Händler verlangen zwischen 20 und 40 EUR mehr für das Set.
Hier ist ein Bild vom Testobjekt:

Der Test
In dem nun folgenden Test sehen wir, ob die vom Hersteller versprochenen Ergebnisse auch erreicht werden können. Das ProMax System wurde auf einem Nikon SB-600 Blitzgerät befestigt, das seinerseits auf einer Nikon D50 mit dem 18-55 Kitobjektiv (bei 55 mm Brennweite) saß. Außer dem Blitz waren im Zimmer keine weiteren Lichtquellen vorhanden.
Den Versuchsaufbau mit den Entfernungen kann man der folgenden Skizze entnehmen. Als Objekt wurde ein Spielzeugtroll mit bunten Haaren verwendet (Höhe 18 cm mit Haaren).

Es wurden 11 Bilder geschossen, der Weißabgleich war stets auf “Blitz” eingestellt. Die Fotos wurden verkleinert und zur Darstellung im Internetbrowser als jpg gespeichert.
Bild 1: Eingebauter Blitz der D50

Bild 2: SB-600 direkt abgefeuert

Bild 3: SB-600 indirekt gegen die Decke abgefeuert

Bild 4: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz

Bild 5: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + weißer Reflektor

Bild 6: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + silberner Reflektor

Bild 7: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + goldener Reflektor

Bild 8: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + weißer Reflektor + Diffusionsvorsatz

Bild 9: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + silberner Reflektor + Diffusionsvorsatz

Bild 10: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz + goldener Reflektor + Diffusionsvorsatz

Bild 11: SB-600 mit dem “80-20″ Aufsatz und Diffusionsvorsatz

Fazit:
Der Effekt ist auf den Bildern gut sichtbar. Wenn man nur Schatten um das Objekt vermeiden möchte, braucht man beim Vorhandensein einer Zimmerdecke kein ProMax System – in diesem Fall reicht es wenn man den Blitz indirekt gegen die Decke abfeuert. Der große Nachteil dabei sind Schatten, die vom Licht, das von der Decke reflektiert wird, resultieren und Schatten auf dem Objekt verursachen, der Troll selbst liegt im Dunkeln (Bild 3). Mit dem 80-20 wird etwas Licht direkt auf das Objekt reflektiert, und beseitigt so diese Schatten. Natürlich entstehen dadurch wieder Schatten hinter dem Objekt, diese halten sich jedoch in Grenzen (Bild 4). Mit dem aufgesetzten Diffusionsvorsatz werden die Schatten hinter dem Objekt noch etwas abgemindert (Bild 11). Die Reflektorscheiben sollte man einsetzen wenn man nicht indirekt blitzen kann, in diesem Test hat das Blitzen mit der weißen Reflektorscheibe gute Ergebnisse geliefert, das Objekt ist gut ausgeleuchtet, die Schatten hinter dem Objekt sind relativ unauffällig, insbesondere bei der Verwendung des Diffusionsaufsatzes (Bild 8 ). Der silberne und der goldene Reflektor profitieren noch viel mehr von der gleichzeitigen Verwendung des Diffusionsaufsatzes, ohne diesen bilden sich doch recht starke Schatten auch über dem Objekt. Die silberne Reflektorscheibe gibt dem Bild ein kühleres Aussehen, mit der goldenen Reflektorscheibe ist das Bild in warmes Licht getaucht.
Ich bin mit dem ProMax System zufrieden. Für einen vollständigen Test sollte das System mit den Reflektorscheiben auch draußen getestet werden. Ich hole das zu einem späteren Zeitpunkt nach. Ich hoffe man kann sich jetzt mit den Bildern ein eigenes Urteil bilden. Bei Fragen oder Vorschlägen bitte ich einen Kommentar zu hinterlassen.